Pferdegold · Informationsarchitektur · 31.08.2026
Der Shop hat neun Bedarfsthemen, geprüfte Nachfrage in jedem davon und über hundert Ratgeber. Was fehlt, ist die Ebene dazwischen, auf der sich beides trifft. Diese Seite zeigt, wie das Menü aussähe, wenn diese Ebene da wäre.
Vierzehn Einträge in einer Schublade. Die Bedarfsebene, um die es eigentlich geht, steckt an zweiter Stelle hinter einem Wort, das niemand sucht.
Genau so sieht die zweite Ebene heute aus. Die neun Einträge sind inhaltlich richtig geschnitten. Sie führen nur auf Filter-Adressen, die Google nicht abrufen darf. Dazu stehen sie hinter einer Bezeichnung, nach der niemand sucht.
Disallow: /collections/*+* in eurer robots.txt sperrt sie, weil das Leerzeichen im Etikettennamen als Plus kodiert wird. Für Nerven liegt der fertige Hub seit Mai daneben, unverlinkt.Dieselbe Schublade, dasselbe Design. Neu ist, was drinsteht. Klick die Einträge mit Pfeil an, dann öffnet sich die zweite Ebene wie im echten Shop.
Rechts steht die monatliche Nachfrage nach dem stärksten Begriff des Themas. Sieben dieser acht Hubs gibt es noch nicht. Nerven ist gebaut, aber nicht verlinkt. Die Reihenfolge folgt der Nachfrage, nicht dem Alphabet.
Ersetzt „Monopräparate“. Zu jedem dieser Wirkstoffe gibt es bereits eine Produktseite und einen Ratgeber, teils auf Position 1. Das sind fertige Themenpaare, sie sind nur nirgends miteinander verbunden.
Das ist der neue Zweig. Dieselben acht Themen wie im Sortiment, nur aus Sicht der Frage statt aus Sicht des Produkts. Damit ist jeder Ratgeber über höchstens drei Klicks erreichbar. Heute liegen 73 Seiten weiter weg oder ganz abseits.
Diese Seiten existieren bereits und ranken teilweise vorn. Heute stehen sie nur im Fußbereich. Der Name sagt jetzt, was gemeint ist.
Unverändert gegenüber heute.
Unverändert gegenüber heute.
Warum „Magazin“ und nicht „Ratgeber“: Ich habe beide Begriffe geprüft. In eurer Search Console taucht „ratgeber“ in 90 Tagen in keiner einzigen der 25.000 stärksten Suchanfragen auf, „magazin“ in genau einer. Die meint das Konkurrenzheft „Mein Pferd“. Als Suchbegriffe liegen beide bei 30 beziehungsweise 10 Suchen im Monat. Die Bezeichnung ist damit keine SEO-Frage. „Magazin“ passt zur bestehenden Adresse /blogs/magazin und ist der Begriff, den ihr schon nutzt. Eine Umbenennung würde über hundert Weiterleitungen kosten, ohne dass ein messbarer Vorteil dagegensteht. Die Suchbegriffe stecken ohnehin in den acht Untereinträgen.
Google Search Console 02.06. bis 30.08.2026, 25.000 Suchanfragen · SISTRIX, Deutschland, 31.08.2026.
Die Zahl der Einträge bleibt bei vierzehn. Der Gewinn liegt in der Sortierung.
Dazu die Zahl, die ich zuerst übersehen hatte: Von der Startseite gehen im Jahr 8.771 Besuche auf „Alle Produkte“, gegenüber 2.589 auf die Kategorie Ergänzungsfutter. Diese Einstiege wegzusortieren wäre falsch. Sie sind der meistgenutzte Weg ins Sortiment.
Ein Grund reicht. Gesucht wird nach Beschwerden, sortiert ist heute nach Produktart.
| mineralfutter pferd | 4.550 |
| kotwasser pferd | 2.100 |
| muskelaufbau pferd | 1.400 |
| arthrose pferd | 950 |
| gelenkfutter pferd | 60 |
| nervenfutter pferd | 40 |
Suchen pro Monat · SISTRIX, Deutschland, 31.08.2026.
Die beiden unteren sind die naheliegenden Kategoriewörter. Nach denen sucht praktisch niemand.
Oben stehen Beschwerden und Fütterungsfragen. Unten stehen die Wörter, nach denen ein Sortiment sortiert ist. Der Abstand ist nicht knapp, er ist das Fünfunddreißigfache.
Genau diese Beschwerden stehen heute nirgends im Menü. Wer „Kotwasser“ im Kopf hat, findet im Menü „Ergänzungsfutter“, „Monopräparate“ und „Gemacht für“. Keiner dieser drei Begriffe sagt ihm, dass er richtig ist.
Der zweite Grund, kurz: Von der Startseite gehen dreimal so viele Besucher direkt auf ein Produkt wie in irgendeine Kategorie. Die Kategorieebene wird kaum benutzt, weil sie keine Frage beantwortet, die jemand mitbringt.
Google Analytics 4, Pfadanalyse, letzte 12 Monate.
Das ist der Kern des ganzen Entwurfs. Jedes der acht Themen bekommt eine Adresse, auf der alles zu diesem Thema zusammenkommt.
Beispiel „Magen & Darm“. Dieselbe Logik gilt für alle acht Themen.
Die Pfeile gehen in beide Richtungen. Darauf kommt es an. Der Hub zeigt auf seine Produkte und Artikel, jedes Produkt und jeder Artikel zeigt zurück auf den Hub. Heute läuft jede dieser Verbindungen nur in eine Richtung, viele gar nicht. Wer einen Kotwasser-Artikel liest, findet von dort aus weder das passende Produkt noch die anderen drei Artikel zum selben Problem.
Die Reihenfolge der Blöcke ist keine Geschmacksfrage. Sie folgt daraus, dass die Seite zwei Dinge gleichzeitig können muss. Sie verkauft an die, die schon so weit sind. Sie berät die, die es noch nicht sind.
Der letzte Block entsteht von selbst. Jeder Beitrag, der im Theme das Thema „Magen & Darm“ trägt, erscheint dort automatisch. Kommt ein siebter Kotwasser-Artikel dazu, steht er ohne weiteres Zutun auf dem Hub. Und der Hub steht in dem Artikel. Genau darüber werden die 46 heute unverlinkten Seiten wieder erreichbar.
Es gibt Nachfrage danach, es gibt das Werkzeug. Beides trifft sich heute nicht. Dafür gibt es zwei Gründe, einen davon konnte ich nachmessen.
| Suchbegriff | Suchen/Monat | Wettbewerb |
|---|---|---|
| futterberatung pferd | 400 | 32 |
| futterplan pferd | 70 | 24 |
SISTRIX, Deutschland, 31.08.2026. Klickpreis 2,10 € beziehungsweise 1,30 €. 88 Prozent der Suchen nach Futterberatung kommen vom Handy.
In eurer Search Console sammeln die Begriffe rund um Futterberatung in 90 Tagen 981 Einblendungen, bringen aber nur 15 Klicks. Der Grund steht in derselben Zeile: Die Positionen liegen zwischen 14 und 40. „futterberatung“ allein hat 335 Einblendungen auf Position 37,7.
Der Futterberater steckt in einem iFrame. Eingebunden ist er auf /pages/deine-futtermittelberatung und weit unten auf der Kategorieseite Ergänzungsfutter.
Google rechnet Inhalte aus einem iFrame nicht der einbettenden Seite zu, sondern der Adresse des iFrames. Was im Werkzeug steht, zählt für die Seite also nicht.
Und der Teil, der mich überrascht hat: Die nackte iFrame-Adresse /tools/perfect-product-finder/futtermittelberater ist selbst indexiert. Google führt sie als „Submitted and indexed“, zuletzt gecrawlt am 12.08. Eine Seite ohne Menü, ohne Kopf, ohne Kontext konkurriert damit gegen die richtige Seite um dieselben Begriffe.
Sie liegt auf einem Shopify-App-Proxy. Abgerufen habe ich sie: keine Theme-Markierungen, keine Shopify-Header, ausgeliefert über client.productfinder.app. Wer dort etwas ändern will, muss an die App, nicht an das Theme.
Zur Einordnung, damit hier keine falsche Erwartung entsteht: Die 400 Suchen im Monat sind kein großer Hebel im Vergleich zu Mineralfutter mit 4.550. Interessant ist dieser Begriff aus einem anderen Grund. Wer nach Futterberatung sucht, hat noch keine Kaufentscheidung getroffen und ist offen für eine Empfehlung. Das ist genau der Moment, in dem ein Shop den Bedarf definieren kann.
Ein Menü erreicht ein paar Dutzend Seiten. Der Shop hat 119. Die restlichen erreicht nur ein System, das ohne Handarbeit funktioniert.
Der Zustand heute: 46 Seiten haben keinen einzigen eingehenden internen Link, weder aus dem Menü noch aus einem Text. Zusammen holen sie 805 Klicks im Monat. Die stärkste davon ist der Ratgeber zur blockierten Hüfte mit 257 Klicks. Gleichzeitig bekommen drei Ratgeber zusammen 511 redaktionelle Links. Über alle Seiten hinweg liegt der Mittelwert bei zwei.
Eigene Messung der internen Verlinkung, 24.08.2026, alle 119 abrufbaren Seiten.
Alle drei Verbindungen laufen in beide Richtungen. Heute läuft jede nur in eine.
| Von | Nach | Wie das ohne Handarbeit läuft |
|---|---|---|
| Ratgeber | seinen Hub zwei Produkte mit Vorschau | Ein Feld am Artikel: „gehört zu Thema X“. Das Theme baut daraus die Brotkrumen, die Produktbox nach dem zweiten Abschnitt und den Abschluss-Verweis. Einmal gebaut, danach je Artikel in Sekunden gepflegt. |
| Hub | drei bis fünf Ratgeber alle Produkte des Themas | Automatisch aus demselben Feld. Jeder Artikel mit dem Vermerk „Thema X“ erscheint auf dem Hub X. |
| Produktseite | ihren Hub zwei bis drei Ratgeber | Über die Produkt-Etiketten, die es bereits gibt. Der Block „Ratgeber zum Thema“ entsteht von selbst. |
Je Blogbeitrag mindestens zwei Produkte, immer mit Vorschau. Ein reiner Textlink reicht nicht. Wo die Zuordnung nicht eindeutig ist, kläre ich sie vorher mit euch.
Kein Artikel verweist als Hauptziel auf einen anderen Artikel. Das führt vom Kauf weg. Weitere Artikel dürfen an sinnvoller Stelle stehen, das Hauptziel bleibt Hub oder Produkt.
Friese, Araber, Islandpferd, „Wie alt werden Pferde“: viel Reichweite, wenig Kaufabsicht. Diese Artikel bekommen keinen Produktdruck. Sie geben Kraft an die Themen-Ratgeber weiter und bauen Vertrauen auf.
Beim Gewichts-Artikel ist der Futterberater die natürliche Brücke, weil Gewicht und Futtermenge zusammengehören.
Eine Grenze, die ich klar benenne: Interne Verlinkung verteilt Kraft, sie erzeugt keine. 65 Prozent eurer externen Verweise landen auf der Startseite. Die Zahl der verweisenden Domains wächst kaum. Dieses System sorgt dafür, dass die vorhandene Kraft ankommt. Zusätzliche Kraft muss von außen kommen, das ist Thema des Backlink-Bereichs.
Damit sich ein Hub von selbst füllt, muss jedes Produkt wissen, zu welchem Thema es gehört. Bevor jemand Etiketten anfasst, gibt es allerdings etwas zu klären.
| Stand im Produktdatenstrom | Produkte |
|---|---|
| im Feed insgesamt | 161 |
| tragen eines der acht Bedarfs-Etiketten | 25 (23 lieferbar) |
| lieferbar, gehören auf einen Hub, haben aber keines | 48 |
| Aktions- und Rabattdubletten, gehören bewusst auf keinen Hub | 56 |
Eigene Auswertung von pferde-gold.de/products.json, abgerufen am 31.08.2026.
Beim Nachzählen bin ich auf 52 verschiedene Etiketten gestoßen. Die acht Bedarfsnamen sind darin die Minderheit. Der Rest steuert offenbar mehrere Systeme, die mit Navigation nichts zu tun haben.
| Etikett | Produkte | Was es dem Anschein nach steuert |
|---|---|---|
GAds / nGAds | 24 / 27 | Vermutlich Google Ads. Kein einziges Produkt trägt beide, sie schließen sich sauber aus. Das ist das Muster einer Ein- und Ausschlussliste, wie sie ein Shopping-Feed braucht |
rc-member-tier-4… | 128 | Recharge, Abo- und Mitgliederpreis (im Etikett steht sub:5.0:percent) |
exclude-search | 82 | schließt Produkte aus der Suche im Shop aus |
RGroup_MU, RGroup_MI … | 25 Stück | eine Gruppierung, vermutlich für Empfehlungen oder Produktvarianten |
FEO, WEB, PELLETS, MONO, NP15 | – | interne Kennzeichen, deren Zweck ich von außen nicht erkennen kann |
Eigene Auszählung aller 52 Etiketten im Produktdatenstrom, 31.08.2026. Die rechte Spalte ist meine Deutung anhand der Namen und der Verteilung, keine bestätigte Funktion.
Deshalb die klare Ansage: Neue Etiketten zu vergeben ist zunächst additiv, es löscht nichts. Trotzdem würde ich hier nichts anfassen, bevor die folgenden vier Fragen beantwortet sind. 23 der 48 Produkte, die ein Bedarfs-Etikett bekommen sollen, tragen bereits ein Google-Ads-Etikett. Das sind genau die Produkte, bei denen ein Fehler bis in die bezahlte Werbung durchschlägt.
250 Etiketten je Produkt sind das Maximum, ein Etikett darf 255 Zeichen haben. Für unseren Zweck ist das reichlich. Ein Produkt darf also ohne Weiteres zu zwei Themen gehören.
Eine automatische Kategorie verträgt bis zu 60 Bedingungen. Ein Hub braucht eine einzige, das ist unkritisch.
Shopify empfiehlt ausdrücklich nur Buchstaben, Zahlen und den Bindestrich in Etiketten. Sonderzeichen wie &, + und _ werden gleich behandelt. Genau daran hängt euer heutiges Problem: Aus „Nerven & Entspannung“ wird beim Filtern Nerven+%26+Entspannung. Die robots.txt sperrt jede Adresse mit einem Pluszeichen. Bei euch ist dabei nichts falsch eingerichtet. Es ist die dokumentierte Folge von Leerzeichen und Kaufmanns-Und im Etikettennamen.
Quellen: Shopify-Hilfe zu Produkt-Etiketten und zu automatisierten Kategorien, abgerufen 31.08.2026.
Jedes Produkt ist unter jeder Kategorie erreichbar. Geprüft: /collections/ergaenzungsfutter-pferd/products/magen antwortet mit 200. Selbst eine frei erfundene Kategorie im Pfad tut das. Shopify setzt dabei automatisch das Canonical auf /products/magen. Das Problem ist damit da und zugleich entschärft. Es wird nur dann wichtig, wenn intern versehentlich auf die lange Form verlinkt wird.
Neue Kategorien landen automatisch in der Sitemap. Auch geprüft: Der fertige Nerven-Hub steht bereits drin, obwohl ihn kein Menüpunkt verlinkt. Ein neuer Hub ist für Google also sofort auffindbar, sobald er angelegt ist.
Automatische Kategorien pflegen sich selbst. Ein neues Produkt mit dem passenden Etikett erscheint ohne weiteres Zutun auf seinem Hub. Das ist der eigentliche Gewinn gegenüber einer von Hand gepflegten Liste.
Und was ich nicht beurteilen kann: Ob eure robots.txt-Regel angepasst werden soll, ob eure Feed-App auf Etikettenänderungen reagiert und wie euer SEA-Setup segmentiert ist. Shopify weist bei der robots.txt selbst darauf hin, dass eine falsche Änderung dort den gesamten Zugriff kosten kann. Das gehört vor jeder Umsetzung auf den Tisch mit dem, der euren Shop technisch betreut.
Die ersten Schritte hängen an nichts und kosten Minuten. Der große Umbau kommt zuletzt, weil ein Menü auf leere Seiten schlechter wäre als das heutige.
| Was | Warum | Aufwand |
|---|---|---|
| „Nerven & Entspannung“ auf den fertigen Hub umhängen | Die Seite /collections/nerven-und-entspannung ist seit Mai gebaut und abrufbar. Der Menüpunkt zeigt stattdessen auf eine Filter-Adresse, die Google nicht abrufen darf | Minuten |
| „Wohlbefinden & Elektrolyte“ streichen | zeigt auf dieselbe Adresse wie „Kräuter & Wohlbefinden“ | Minuten |
| „Hufe, Haut & Fell“ korrigieren | zeigt auf das Etikett „Haut & Fell“, Hufe ist darin nicht enthalten | Minuten |
| „Muskeln & Erholung“ auf ein abrufbares Ziel legen | gleiche Sperre wie bei Nerven, hier fehlt aber noch der fertige Hub | Minuten |
| Im Fußbereich „Mineralfuttermittel mit Magnesium“ korrigieren | zeigt auf die Nerven-Produktseite | Minuten |
| Die doppelte Kategorie Ergänzungsfutter auflösen | 3.740 Besuche im Jahr verteilen sich auf zwei Adressen mit demselben Inhalt | eine Stunde |
/pages/clp-alle-produkte auflösen | dritte Adresse für dieselbe Produktübersicht | eine Stunde |
Der erste Punkt ist der lohnendste im ganzen Papier. Eine fertige, gut gebaute Seite bekommt seit Mai keinen Besucher aus dem Menü, weil ein Link auf die falsche Adresse zeigt. Das zu ändern dauert Minuten und kostet nichts.
Messpunkt für später: Der Ist-Zustand ist seit dem 24.08.2026 festgehalten, mit interner Linkkraft, Klicktiefe und eingehenden Links je Seite. Nach dem Umbau lässt sich damit belegen, was sich verändert hat. Gerechnet wird dabei interne Linkkraft, keine Rankings. Eine Traffic-Prognose lässt sich daraus nicht ableiten.